Sitzung vom 8. März 2018

1. Abstimmung vom 4. März 2018:

No Billag scheitert

Haben Sie das so erwartet?

Was sagen Sie nun, nach der Debatte und Abstimmung?

2. Hate im Internet

Fortsetzung des „Club“ zum Thema Hass im Internet
(ab 26’41)

3. Haters, Shitstorms und Respekt

Was haben Shitstorms und Trolling mit Respekt zu tun? –> Byung Chul Han: „Ohne Respekt“.

Hierbei handelt es sich um ein Kapitel aus Byung Chul Hans Buch „Im Schwarm. Ansichten des digitalen“
Byung Chul Han ist Professor für Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin.

Welches sind schwierige Begriffe/Stellen?
Was sind die Hauptthesen des Textes?

4. Netflix-Serie Dark Net Episode 7 „Provoke“

Grundthematik: Wenn online-bullying bzw. mediating in das ‚echte‘, analoge Leben „überschwappt“:
– zwei schwarze Bloggerinnen erzählen von ihrem Umgang mit Trolls
– in kriminellen Quartieren von US-Grossstädten hat Social-Media-Verhalten Einfluss auf mörderisches Verhalten im echten Leben
– „Abdullah X“: Online-Cartoon gegen IS-Propaganda

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

20 Comments

  1. Céline

    „Anonymität und Respekt schliessen einander aus.“ Der Kontext ist in diesem Fall mehr als nur wichtig. Dass im Netz die Anonymität den Respekt ausschliesst, scheint mir aber trotzdem nicht ganz richtig. Viel mehr begünstigt Anonymität Respektlosigkeit. Genau weil wir ja anonym sind, ist nichts mer auszuschliessen, sondern wird zum unberechenbaren Phänomen, gegen das wir wenig in der Hand haben. Der Respekt hängt nach wie vor ganz vom Menschen ab – dass die Tendenz aber eher respektlos zu sein scheint, ist ein anderer Aspekt. Anders ist es bei der Aussage, dass der Respekt die Anonymität ausschliesst. Gute Manieren wollen gesehen werden, und wer respektvoll diskutiert, kann kein Grund zur Anonymität.
    „Ohne Ab-Stand ist auch kein An-stand möglich.“ Ich plädiere für das Gegenteil, denn wer keinen Abstand hat, sondern der Person tagtäglich ihr Brot verkaufen würde, hätte meiner Meinung nach kleinere Tendenzen dazu, diese Person dann auch an der Brottheke dumm anzumachen. Doch wer nichts von der Person weiss, ausser evtl. der politischen Orientierung und einer kontroversen Aussage, greift gerne mal zu harschen Worten im Internet.

    Reply
    • Gitanjali Ruth

      Ich finde deine Gedanken sehr spannend, und stimme dir zum grössten Teil zu. Allerdings muss ich dir beim letzten Teil ein bisschen widersprechen. Ich denke, dass mit Ab-stand der physische Abstand zwischen Menschen gemeint ist, den es im Netz nicht gibt. Denn im Internet ist jeder mensch „verfügbar“, man kann innert wenigen Sekunden seinen Senf zu einem Thema dazugeben. In der analogen Kommunikation gibt es aber ein wenig Abstand, da man die Leute nicht immer sieht und auf die Gespräche „warten“ muss. Aber deine Überlegung gefällt mir auch, muss ich schon sagen.

      Reply
  2. Naemi

    Respekt resultiert aus Distanz. In der Öffentlichkeit müsste Respekt bzw Distanz vor allem zum Privatleben anderer Personen bestehen, um sie aufrecht zu erhalten. Allerdings wird das in unserer Gesellschaft gekonnt ignoriert, in dem sehr viel Privates preisgegeben wird. Eine Art Teufelskreis aus Distanz, Respekt und der Öffentlichkeit im heutigen Sinne entsteht. Die Anonymität im Netzt und der digitale Kontakt nimmt jegliches Gefühl für Distanz uns somit für Respekt. Durch eine sofortige Reaktionsmöglichkeit auf Dinge die uns nerven, kommt es öfters zu hate. Und so geht das immer weiter.

    Reply
  3. Carmen

    Die Aussage „Das Ja ist wesentlich geräuschloser als das Nein“ zeigt ein weiteres Mal, dass destruktive Worte, Kritik und Hate mehr Anklang finden als Akzeptanz und Verständnis. Vielleicht liegt das daran, dass frustrierte Menschen somit ein Gefäss für ihre Wut erhalten, oder vielleicht sind wir als Gesellschaft auch einfach so verdorben, dass immer irgendwo eine wütende Meute mit Fackeln bereitsteht, um anzugreifen, wer angreifbar ist.

    „Anonymität und Respekt schliessen sich gegenseitig aus“, heisst doch übersetzt, dass unser aller erster Instinkt die Respektlosigkeit ist. Jemand, der einfach aus gutem Willen anonym respektvoll und unterstützend handelt, würde davon ja auch nicht profitieren. Und wer handelt schon selbstlos, wenn niemand da ist, um das zu bejubeln?

    Reply
  4. Gitanjali Ruth

    Respekt setzt Distanz gleich, welches das Gegenteil vom Spektakel ist. Seit der Digitalisierung gibt es einen Wertezerfall, wobei die Mauer zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit zerfällt. Dies hat vor allem auch damit zu tun, dass die Distanz abnimmt, und dass das Intime nun öffentlich wird. Durch die öffentliche Kommunikation wird eine Hemmschwelle abgebaut, und respektvoller Umgang wird erschwert. Der Respekt setzt einen Namen voraus, doch die Kommunikation im Internet ist anonym. Die Ursache des Shitstorms wird näher erläutert und mit dem Leserbrief verglichen; im Gegensatz zum bedachten Leserbrief liefert der Shitstorm eine sofortige Affektabfuhr. Man kann seine Wut also gleich loswerden. Machtverhältnisse in Bezug auf den Shitstorm wurden auch erläutert, doch diese waren mir nicht so klar. Verstanden habe ich aber, dass ein Shitstorm entsteht, wo Respekt schwindet.

    Reply
  5. Andrina

    „Respekt ist an den Namen gebunden, Anonymität und Respekt schliessen einander aus“, schreibt Byung Chul Han in seinem Buch.
    Er meint, dass der Respekt verloren geht, wenn man nicht mehr mit seinem Namen erkannt wird und die Anerkennung keine Rolle mehr spielt. „Auch der Shitstorm ist anonym. Darin besteht seine Gewalt“, fügt er noch an.

    Anonymität lockt die Respektlosigkeit. Die These von ihm und vielen anderen. Traurig, aber wahr.

    Reply
    • Aryan Madan

      Als ich diesen Teil gelesen habe, ging mir dasselbe durch den Kopf. In der heutigen Gesellschaft kann man sich hervorragend hinter die Social Media verstecken oder sich durch ihr ein falsches Gesicht auferlegen lassen. Dies ermutigt viele Grenzen zu überschreiten, welche sie im realen Leben niemals überschreiten würden.

      Reply
  6. Riya

    “Der Respekt ist an den Namen gebunden. Anonymität und Respekt schliessen einander aus. “
    Diese Aussage fiel mir auf und ich bin mir nicht sicher ob ich auch einverstanden bin. Klar, Anonymität baut den Respektanteil deutlich ab, sie schliessen sich meiner Meinung nach nicht gegenseitig aus. Man kann also auch einen anonymen Kommentar oder einfach den Gedankengang respektieren, ohne dass wir ihn mit einer Persönlichkeit verbinden müssen.

    Reply
    • Carmen

      Aber denkst du nicht auch, dass es viel seltener anonyme Komplimente als anonymen Hass gibt? Schliesslich muss man sich für Hass nicht zu erkennen geben, weil den niemand will, aber bei einem Kompliment möchte man doch das Dankeschön empfangen können.

      Reply
  7. Carla Müller

    Digitale Medien als Ausstellung des Privatlebens:
    Schon nur wenn man ein Selfie postet oder ein Urlaubsbild teilt, ist das wie ein kleiner Einblick in das Leben einer anderen Person. Ich weiss nun wohin sie reist; wie sie aussieht; was sie mag. Es gibt ja Leute, die ihr ganzes Leben posten, wie zum Beispiel die Kardashians. Nur läuft man in die Gefahr nicht gemocht zu werden. Wenn man eine dicke Haut hat, ist es nicht schlimm, aber wenn man dies nicht verkraftet kann es zu Problem führen.

    Reply
    • Ajay Bharadwaj

      Ich bin da mit dir einvestanden. Was viele Menschen oft übersehen und gar nicht merken ist auch die andere Seite eines Promi-lebens. Ihr Leben kann auch negative Aspekte haben, die meisten von denen erhalten auch unglaublich viel Hate-Mail (vorallem die Kardashians) die auch sehr verletzend sind, aber wir alle Leser erfahren dies alles gar nicht. Am Ende sind wir alle gleich im Internet.

      Reply
  8. Noapapoa

    „Eine Gesellschaft ohne Respekt führt zu einer Skandalgesellschaft.“ Eine spektakuläre Gesellschaft also. Ist das nicht spannender, könnte man sich fragen. Respekt ist nötig für eine zivilisierte Gesellschaft. Sind wir also schon wieder auf dem Weg zur Verwilderung? Hat das Internet, die Entzugsquelle des Respektes, die Öffnung der Intimität zu jeder Zeit, also dazu geführt, dass wir uns sozial zurückentwickelt?

    „Der Respekt bildet denn Grundstein der Öffentlichkeit. Wo er schwindet, verfällt sie.“, so Chur Han. Weil die Distanznahme der Öffentlichkeit so wie die Luft zum atmen gibt, nehme ich an. Da nun, laut dem Kulturwissenschaftler, in unserer Gesellschaft der Respekt auf dem abnehmenden Zweig befindet, reduziert oder gar zerfällt auch unsere Öffentlichkeit oder besser gesagt unsere Distanziertheit. Sie wird mit unserer Privatsphäre vermischt, klare Linien verschwimmen, so wie auch unsere Hemmschwelle. Das kann und führt letztendlich zu härteren Kommentaren und schlimmeren Beleidigungen, weil somit auch eine gewisse Autorität verloren geht.

    Reply
  9. Amanda

    „Der Respekt bildet den Grundstein für Öffentlichkeit. Wo er schwindet, verfällt sie.“, sehe ich zum Teil genauso. Je respektloser wir werden, desto verschlossener werden wir auch Anderen gegenüber. Ob aus Angst vor Erniedrigungen oder negativen Kommentaren, es schüchtert uns ein. Wir wollen Bestätigung. Wir wollen vollkommen sein, wir wollen unser persönliches „Ideal“ unserer selbst erreichen und jeder Hass, den wir dabei von Aussen zu spüren bekommen könnten, würde uns runterziehen und uns in unserem Vorhaben entmutigen. Ich denke dabei vor allem an Influencer auf Instagram, die ihr halbes Leben auf einer Social Media Plattform teilen und allen vorspielen wie „perfekt“ sie doch sind. Würden sie nicht von allen Seiten zu spüren bekommen, wie toll sie doch sind, sondern hingegen von Hasskommentaren überflutet würden, so denke ich, dass viele nicht die Kraft hätten und stark genug wären um ihr Ding weiterhin durchzuziehen. Klar es kann auf einige auch motivierend wirken, doch im Endeffekt kenne ich niemanden, der das auf Dauer aushalten würde (ausser vielleicht der ganze Kardashian-Jenner Clan, bei denen werden doch auch immer etwa 20% aller Kommentare von Hatern verfasst)

    Reply
  10. Loris

    Viele Begriffe, welche eigentlich selbstverständlich von der Bedeutung her sind, werden in diesem Text von einer ganz anderen Seite gezeigt. Wie z.B die Souveränität. Diese wird hier ins Akustische übersetzt. Es heisst, man ist souverän, wenn man es schafft eine absolute Stille zu erzeugen. Jedes sonstige Geräusch zu beseitigen.
    Oder auch einen anderen Begriff welche mit dem Respekt in Zusammenhang gebracht wird: die Macht. Es wird gezeigt, dass die Macht ein asymmetrisches Verhältnis ist. Es ist eine hierarchische Beziehung. Und das hier der Respekt nicht unbedingt von Nöten ist.

    Reply
  11. Stella

    Es wurde erwähnt, dass die privatisierte Kommuikation und damit die fehlende Distanz für Respektlosigkeit verantwortlich sein könnte. Dieser Hypothese stimme ich zu. Schliesslich würde kein Hass dominieren, wenn sich alle auf sich selbst konzentrieren würden. Diese Vernetzung auf Social Media erweitert natürlich einerseits unseren Horizont, von dem wir andererseits aber auch enttäuscht werden können. Wir können alles auf Social Media sehen, es gibt beinahe keine Grenzen. Dies erfordert, dass man sich mit Unbekanntem oder Unverständlichem auseinandersetzen kann. Schnell steigt Hass auf und es spielt es keine Rolle ob Bewunderung, Neid oder einfach nur eine andere Meinung zu Respektlosigkeit führt, denn das isolierte Ich fühlt sich angegriffen.
    Doch ich denke dadurch verliert man nicht nur den Respekt anderen gegenüber – sondern hat auch den eigenen verloren.

    Reply
  12. Melissa

    «Der Respekt bildet den Grundstein für Öffentlichkeit. Wo er schwindet, verfällt sie. Der Verfall der Öffentlichkeit und die wachsende Respektlosigkeit bedingen einander.»

    Ich finde diese 3 Sätze sehr interessant, da ich noch nie so wirklich darüber nachgedacht habe. Aber meiner Meinung nach ist das vollkommen logisch, denn meist greifen respektlose Kommentare einen Menschen persönlich an. Somit ist es dann nicht mehr teil der Öffentlichkeit.

    Reply
  13. Aurora

    Der Autor sagt, dass man im Internet respektlos miteinander umgeht daran liegt, da Respekt und Annonymität sich gegenseitig ausschliessen. Ich denke, dass es die Annonymität einfacher macht eine gewisse Hemschwelle zu überschreiten, aber dennoch können Respekt und Annonymität gleichzeitig existieren und das kann man im Internet auch beobachten. Ich glaube ein Grund des fehlenden Respekts könnte auch eher sein, dass man leicht vergisst, dass sein Gesprächspartner auch ein Mensch ist.

    Reply
  14. Hanna

    „Der Respekt bildet den Grundstein für Öffentlichkeit.“
    Ich stimme dieser Aussage nur so halb zu. Zwar war es anfänglich sicher wichtig, für das Publizieren persönlicher Daten im Internet, dass man respektiert wird. Respekt ist wie eine Art Versicherung, dass man nicht beleidigt oder niedergemacht werden kann. Heute ist es aber so, dass man von der Gesellschaft „gezwungen“ wird, persönliches zu veröffentlichen, weil man sonst als uncool oder verklemmt gilt. Somit braucht es den Respekt eigentlich garnicht mehr, damit Privates öffentlich wird, was eine recht grosse Angriffsfläche bildet.
    Aber man kann ja immer noch selbst entscheiden, was man von sich veröffentlicht und somit das Öffentliche und das Private trennen. Ich würde aber auch sagen, dass es den meisten nicht gelingt, das Öffentliche und das Private komplett voneinander abzutrennen. Deswegen denke ich, dass man auch heute immer noch seine Privatsphäre haben kann, wenn man das möchte, allerdings ist es schon so, dass wir im Generellen transparenter geworden sind.

    Reply
  15. Senja

    ‚Die digitale Kommunikation fördert diese pornografische Ausstellung der Intimität und Privatsphäre. ‘ Es kommt immer darauf an, was man unter Privatsphäre versteht. Für jeden Menschen gibt es hier eine andere Grenze. Viele stellen von sich aus Bilder ins Netz und Posten Dinge über ihr Privatleben. Für sie ist ein Bild im Internet noch nicht allzu Privat, da man in der heutigen Zeit sowieso bildlich irgendwo erfasst ist. Auch haben gewisse, das Bedürfnis sich mitzuteilen oder ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit andern zu teilen. Es kommt auch darauf an, ob das Bild von sich, gewollt oder ungewollt im Internet gelandet ist und ob man ein Bild von sich, schon als Privat ansieht.

    Reply
  16. Kalea

    „Keine eindeutige Hierarchie trennt den Sender vom Empfänger. Jeder ist Sender und Empfänger, Konsument und Produzent zugleich. … Gerade in flachen Hierarchien bewirft man sich mit Shitstorm.“
    In meiner Erfahrung ist dies auf den sozialen Medien genau anders herum. Ist es nicht so, dass desto mehr Follower jemand hat, desto mehr Fame und desto professionellere Fotos, desto weniger menschlich wirkt man? Und dann, in Konsequenz, bekommt man auch viel mehr Hate (und auch viele Fangmessages), da man so unerreichbar erscheint.

    Laut der There wäre dies aber nicht so – „in einer flachen Hierarchie nimmt der Shitstorm zu.“ Sehe ich anders. Sehr vereinzelt nur kenne ich online Hate zwischen zwei etwa gleich bekannten Parteien.

    Wir bewerten die Menschen online doch zumindest teilweise nach Follower, und sehen diejenigen mit einer ähnlichen Anzahl als gleichwertig an, die mit einer tieferen Anzahl als Minderwertig. Den Hate bekommen schlussendlich jedoch hauptsächlich die, mit der grössten Anzahl, die übermenschlichen Superwesen. (Schauen wir Stars überhaupt als Menschen an?) Einfach auch, weil niemand die Kleinen sieht oder kennt.

    Gedankenwirrwarr.

    Reply